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janine

Sollen wir von Ceduna aus den direkten Weg nach Pt Augusta über den Eyre Highway nehmen oder sollen wir gen Süden entlang der Küste fahren? Sind die 300 zusätzlichen Kilometer landschaftlich reizvoll und es wert geradelt zu werden? Wir sind unvorbereitet und haben keine Ahnung. Wir machen alles von einer Begebenheit abhängig: bevor wir in den Nullarbor aufbrachen, haben wir einen Warmshowers-Host in Port Lincoln, also entlang der Südroute, angeschrieben. Auch wenn wir uns über die Gegend nicht informiert haben, das Profil von Karen und Graham klang ansprechend.

janine

Nach einer kleinen, vorerst letzten, Pause bei John und Julie im Städtchen Denmark starten wir in das Abenteuer Australische Einsamkeit. Wir starten mit immer wiederkehrenden Schauern, aber mit Rückenwind unsere Erfahrungsreise. Alles beginnt mit Food-shopping in Albany und einer Etappe von etwa 500 km zum Eingewöhnen. Von Albany nach Esperance gibt es nicht viel Zivilisation, zwei größere Dörfer – dazwischen viel Wiesen und Weideland. Vollbepackt treten wir also die Fahrt über hügeliges, grünes Land an.

janine

Von Yoichi aus machen wir uns auf nach Sapporo. Ein erfrischendes Bad im Pazifik erquickt unsere Fahrt in die Inselhauptstadt, ein Besuch der lokalen Brauerei erfrischt uns in eben dieser. In letzter Sekunde finden wir doch noch einen Host und nutzen die Möglichkeit einer Adresse dazu, bei Amazon.Japan ein Paket zu bestellen – diesem verdankt Till nun ein Paar neue Schuhe, schicke Sandalen, welche die alten, verschlissenen ersetzen, und eine neue Kamera.

janine

Nach langer erfolgloser Suche nach einem geeigneten Zeltplatz in Otaru, macht unseren Hoffnungen auf einen ruhigen Schlafplatz unter einer Brücke an diesem Abend die Polizei einen Strich durch die Rechnung. Sie schickt uns fort. Also bauen wir unser Zelt ab und packen alles wieder zusammen. „Der Angler hat die gerufen“ meint Till entrüstet, als wir davon fahren.

janine

Nach der Verabschiedung von Joost in Urahoro schwingen wir uns in die Sättel und treten die Reise weiter in Richtung Osten an, in Richtung Betsukai. Der Taifun ist vorüber gezogen, der Himmel noch bedeckt und die Luft mit 10°C kühl, doch immerhin ist es trocken. Entlang der Route 113 und 142 durchqueren wir hügelige, durch und durch grüne Landschaft. Große rhabarberähnliche Blätter, Schachtelhalm und Klee gedeihen am Wegesrand. Nach Passieren von Kushiro führt der Weg durch Waldungen entlang Hokkaidos Südküsten-klippen.

janine

Trotz des erheblichen Wellenganges, erreicht unsere Fähre pünktlich den Hafen von Hakodate. So kennen wir Japan. Und da ist es endlich: Hokkaido. Seit unserer Ankunft in Japan haben wir diese, die nördliche Insel, herbeigesehnt. Den Teil von Japan, in dem man der Regenzeit im Juli entkommt, mit den gepriesenen sommerlichen 24°C bei frühlingshafter Landschaft. Als wir am Nachmittag Füße und Räder auf die Insel setzen, steht die Sonne am Himmel, all unsere Hoffnungen scheinen sich hier zu erfüllen. „Hallo Hokkaido.

janine

Es zieht sich immer weiter zu, der Himmel wird dunkler und der Wind kräftiger. Wir wissen, wir können an diesem Tag nur einen halben Tag fahren fahren, dann wird der Regen einsetzen und wird zwei Tage lang andauern. So kämpfen wir uns am Vormittag so gut es geht vorwärts. Gegen Mittag erreichen wir einen „Michi no eki“ (Rastplatz).

janine

Mit vielen Hinweisen von Kazu im Gepäck und einem guten Frühstück von Tomo im Magen (Brötchen gefüllt mit Rote-Bohnen-Paste und Mochi) beginnen wir unsere Fahrt über Japans Hauptinsel. Es hat 22°C und ein paar Wolken – perfektes Radfahrwetter. Entgegen unserer ursprünglichen Planung, so schnell wie möglich in den Norden zu radeln um der Regenzeit zu entfliehen, schlagen wir zunächst eine Route nach Südwesten ein, also genau in die entgegengesetzte Richtung. Gibt es doch zu vieles in diesem Teil des Landes, das wir nicht missen möchten. 

till

Bei der Zieladresse angekommen gibt es eine Unterstellmöglichkeit für unsere Räder in Gesellschaft vieler Brüderchen vor dem Mehrfamilienhaus. Fähräder absperren? Das macht hier keiner! Uns erwartet ein buntes Schild mit unseren Namen an der Appartement-tür unserer Gastfamilie. Es ist eine typisch japanische Wohnung: klein, sauber, alles ist perfekt organisiert, und gemütlich. Darin beherbergen uns unbeschreiblich nette Hosts, Tomo und Kazumoto. Tomo bereitet uns nach einer Dusche ein traditionelles Mittagessen zu.

till

Wir hatten eine unruhige Nacht hinter uns, als uns am Morgen unseres plötzlich anfallenden Fluges der Wecker 06:00 aus unserem Halbschlaf schreckte. 15:00 geht unser Flug, 13:00 müssen wir demnach am Flughafen sein. Während der Nachtstunden ging uns durch den Kopf, wie wir nun in den verbleibenden wenigen Stunden alles Notwendige organisiert bekommen. Zuerst einmal wird alles von unserer To-do-Liste gestrichen, das nicht unbedingt von Nöten ist:

• Wäsche waschen → verschoben auf Japan

• Flugtickets ausdrucken → entfällt, muss mit der Email auf dem Handy gehen